
Hybrid Cloud richtig einführen: So gelingt der Umstieg für KMU
Die Digitalisierung fordert von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) strategische Entscheidungen: Soll unsere IT-Infrastruktur komplett in die Cloud verlagert werden oder weiterhin lokal bleiben? Die Antwort für viele KMU liegt in der Hybrid Cloud, die das Beste aus beiden Welten vereint. Doch wie gelingt der Umstieg auf Hybrid Cloud reibungslos und sicher? Dieser Leitfaden zeigt Ihnen anhand von 7 Schritten, was Sie für eine erfolgreiche Einführung der Hybrid Cloud auf jeden Fall beachten sollten.
Was ist Hybrid Cloud? Die Grundlagen verstehen
Eine Hybrid Cloud ist eine IT-Infrastruktur, die lokale Server (On-Premises) mit Cloud-Diensten kombiniert. Dabei werden kritische oder besonders sensible Daten weiterhin in Ihrem eigenen Rechenzentrum oder Server-Raum gespeichert, während weniger brisante Anwendungen und Daten über die Cloud laufen, was Ihnen Vorteile wie Skalierbarkeit, Flexibilität und Kostenersparnisse bringt.
Gerade für KMU ist dieses Modell ideal: Sie behalten die volle Kontrolle über Datenschutz und Compliance, vermeiden teure Hardware-Investitionen und können Ihre IT über die Cloud Schritt für Schritt modernisieren. Eine Hybrid Cloud schafft damit die Basis für eine agile, zukunftsfähige und sichere IT.
Für Arztpraxen und Zahnarztpraxen könnte das so aussehen: Das Praxisverwaltungssystem mit Patientendaten läuft weiterhin bestens gesichert auf lokalen Servern, während E-Mail-Services wie KIM oder Backup-Lösungen über die Cloud abgewickelt werden. Diese Kombination von Server-Optionen ermöglicht Ihnen die maximale Kontrolle über sensible Informationen, wobei Sie gleichzeitig moderne Cloud-Technologien nutzen, die für die Effizienz und das Wachstum von KMU im digitalen Zeitalter von entscheidender Bedeutung sind.
Die Vorteile zusammengefasst: Warum sich Hybrid Cloud für KMU lohnt
Eine gut implementierte Hybrid Cloud bietet KMU einige erhebliche Vorteile: Sensible Daten bleiben unter Ihrer lokalen Kontrolle, während Sie gleichzeitig von der Cloud-Skalierbarkeit und Konnektivität profitieren. Sie zahlen nur für die Cloud-Ressourcen, die Sie tatsächlich nutzen und können bei Bedarf schnell zusätzliche Cloud-Kapazitäten hinzubuchen.
Besonders für wachsende Praxen oder Unternehmen mit schwankendem Ressourcenbedarf ist diese Flexibilität Gold wert. Homeoffice-Arbeitsplätze lassen sich problemlos einbinden, dezentrale Teams arbeiten effizienter zusammen und Ihre IT kann problemlos mit Ihren Anforderungen mitwachsen (und zwar ohne große Investitionen in neue Hardware).

In 7 Schritten zur Hybrid Cloud
Schritt 1: Analyse der bestehenden IT-Infrastruktur
Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Hybrid Cloud ist die gründliche Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen IT-Infrastruktur. Dabei müssen folgende Fragen geklärt werden: Welche Computer-Hardware benutzen Sie und wie leistungsstark ist diese? Welche Anwendungen nutzen Sie? Welche Daten sind besonders schützenswert? Welche Systeme müssen besonders verfügbar und zuverlässig sein?
Bei dieser Analyse wird ermittelt, welche Komponenten für die Cloud geeignet sind und welche besser lokal bleiben sollten. Die maßgeblichen Kriterien für diese Aufteilung sind Datenschutzanforderungen, Performance-Bedürfnisse und Compliance-Vorgaben. Für medizinische Einrichtungen müssen beispielsweise die Anforderungen der IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 390 SGB V berücksichtigt werden.
Schritt 2: Strategie entwickeln und Workload-Priorisierung
Es sollten nicht alle Anwendungen gleichzeitig in die Cloud übertragen werden. Sie brauchen eine durchdachte Strategie, um die für die Cloud geeigneten Anwendungen allmählich und nach Workload priorisiert zu migrieren. Typischerweise beginnt man mit weniger kritischen Anwendungen wie E-Mail-Services, Collaboration-Tools oder Backup-Lösungen.
Diese schrittweise Methode ermöglicht es Ihrem Team, ohne Bedenken Erfahrungen mit der Hybrid Cloud zu sammeln, bevor geschäftskritische Systeme folgen. Definieren Sie klare Migrationsmeilensteine in einem realistischen Zeitrahmen. So werden Sie Risiken und Ausfallzeiten minimieren.
Schritt 3: Den richtigen Cloud-Provider wählen
Die Wahl des Cloud-Anbieters ist eine strategische Entscheidung, die wegen ihrer langfristigen Konsequenzen gut durchdacht werden sollte. Für deutsche KMU sind Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland besonders relevant, da diese Clouds DSGVO-konform sind und Datenschutz- sowie Compliance-Bedenken minimieren.
Achten Sie auf Zertifizierungen, SLA-Garantien (Service Level Agreements, also vertragliche Leistungszusicherungen des Providers), Skalierbarkeit der Cloud und auf Kompatibilität mit Ihren bestehenden Systemen. Wie Sie vermutlich bemerken: Das Einrichten einer Hybrid Cloud erfordert viel Fachwissen und IT-Kompetenz, die KMU manchmal nicht stemmen können. Ein erfahrener Managed Service Provider kann Sie bei der Auswahl des optimalen Cloud-Partners unterstützen und schützt Sie vor kostspieligen Fehlentscheidungen.
Schritt 4: Sicherheitsarchitektur planen
Ein großer Vorteil bei der Verwendung eines Hybrid-Cloud-Systems ist die erhöhte Sicherheit, die durch das Aufteilen lokaler und Cloud-basierter Anwendungen und Speicherorte zustande kommt. Der Datenverkehr zwischen lokalen Systemen und Cloud-Services muss allerdings verschlüsselt und ständig kontrolliert werden. Sichere Kommunikationskanäle errichten Sie über VPN-Verbindungen oder spezielle Cloud-Interconnects (eine Hochgeschwindigkeits-Netzwerkverbindung zwischen der lokalen Infrastruktur und der Cloud).
Besonders wichtig: Die Firewall-Strategie muss angepasst werden. Auch hier bietet sich eine Hybrid-Lösung an. Während lokale Hardware-Firewalls weiterhin Ihren Netzwerkeingang schützen, können Cloud-Firewalls den Datenverkehr in der Cloud überwachen. Diese mehrschichtige Sicherheitsstrategie bietet Ihnen umfassenden Schutz.
Schritt 5: Migration und Integration durchführen mit professioneller Begleitung
Der eigentliche Übergang zur Hybrid Cloud erfordert eine sorgfältige Planung und exakte Durchführung. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich die professionelle Unterstützung eines Managed Service Provider zu sichern. Die erfahrenen IT-Experten begleiten Sie beim Übergang zur Hybrid Cloud und übernehmen alle dabei notwendigen Schritte für Sie: Die komplette Vorbereitung, die tatsächliche Datenmigration und das Überprüfen der Funktionalität des Hybrid-Cloud-Systems.
Nach der Migration folgt die Integration: Lokale und Cloud-basierte Systeme müssen im Geschäftsalltag nahtlos zusammenarbeiten. Zur Integration gehört unter anderem, dass sich Ihre Mitarbeitenden mit einem einzigen Login Zugriff auf die gesamte Hybrid-Cloud-Ressourcen verschaffen können (Single Sign-On genannt) und ein zentrales Management-Tool, das Ihnen den Überblick über die gesamte Hybrid-Cloud-Infrastruktur gibt.
Um Ihren Geschäftsbetrieb nicht zu unterbrechen, werden Datenmigration und Systemintegration sowie Funktionstests üblicherweise außerhalb Ihrer Geschäftszeiten durchgeführt. Erst wenn alles sicher läuft, wird das System live geschaltet.
Schritt 6: Monitoring und Optimierung etablieren
Damit eine Hybrid Cloud nachhaltig zuverlässig funktioniert, muss das System kontinuierlich auf Funktionstüchtigkeit und mögliche Schwachstellen oder Cyberberohungen überwacht werden (Monitoring). Proaktives Monitoring erkennt Performance-Probleme oder Sicherheitsbedrohungen frühzeitig, sodass Funktionsrisiken oder Datenlücken vorgebeugt werden können. Auch hier empfiehlt sich für KMU unbedingt die Zusammenarbeit mit einem professionellen Managed Service Provider (MSP), der wie Ihre externe IT-Abteilung funktioniert und Ihnen in Sachen Monitoring den Rücken freihält.
Neben dem Monitoring stellt Ihr MSP durch regelmäßige System-Optimierungen sicher, dass Sie die Cloud-Ressourcen effizient nutzen können. Überflüssige Prozesse werden heruntergefahren, der Speicher optimiert und Workloads je nach Bedarf zwischen der lokalen und der Cloud-Infrastruktur verschoben.
Schritt 7: Team schulen und Change Management
Eine neue Technologie allein garantiert noch keinen Erfolg. Ihre Mitarbeitenden müssen die neuen Systeme verstehen, akzeptieren und sicher damit umgehen können. Kommunizieren Sie also transparent die Vorteile der Hybrid Cloud: flexibleres Arbeiten, verbesserte Zusammenarbeit und höhere Datensicherheit. Gute Argumente, die anschaulich erklärt werden, schaffen in Ihrer Belegschaft Akzeptanz und Begeisterung für die Veränderung.
Über 1-2 Schulungen (die wiederum Ihr MSP übernehmen könnte) können Sie das nötige Know-how für die Arbeit mit Cloud-Anwendungen vermitteln. Ein bewusstes Change Management begleitet Ihre Mitarbeitenden bei der Umstellung zur Hybrid Cloud und klärt aufkommende Fragen frühzeitig.
Professionelle Begleitung als Erfolgsfaktor für die Hybrid Cloud
Die Einführung einer Hybrid Cloud ist eine technische Herausforderung, die nicht „mal eben nebenbei” bewältigt werden kann. Sie erfordert strategische Planung, technische Expertise und die kontinuierliche Betreuung von Experten. Mit einem erfahrenen Managed Service Provider an Ihrer Seite klappt der Umstieg reibungslos und ohne Unterbrechung Ihres Geschäftsbetriebs.
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Mit über 350 betreuten Kunden im Mittelstand und Gesundheitswesen kennen wir die spezifischen Anforderungen von KMU. Wir begleiten Sie von der Analyse über die Migration bis zum laufenden Betrieb, damit auch Sie von einer Hybrid Cloud profitieren können.
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