Ratgeber · Praxissoftware
Die richtige Praxissoftware finden
Die Praxissoftware, auch Praxisverwaltungssystem (PVS) genannt, ist das Herzstück jeder Zahnarzt- und Arztpraxis. Hier laufen Termine, Patientenakte, Dokumentation und Abrechnung zusammen. Gleichzeitig ist sie mit der Telematikinfrastruktur, dem Röntgen, dem Labor und oft auch mit der Telefonanlage verbunden.
Eine Fehlentscheidung kostet Zeit, Nerven und Geld. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, ob sich eine Cloud-Lösung lohnt und wie ein Wechsel oder eine Praxisgründung ohne Stillstand gelingt. Als IT-Dienstleister für Praxen begleiten wir solche Projekte regelmäßig und kennen die Stolpersteine aus der Praxis.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Cloud oder lokal installiert?
Immer mehr Hersteller bieten Cloud-Lösungen an. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile:
| Lokale Praxissoftware | Cloud-Praxissoftware | |
|---|---|---|
| Server | Eigener Server in der Praxis nötig | Kein eigener Server für die Software |
| Datensicherung & Updates | Liegen in der Verantwortung der Praxis bzw. des IT-Dienstleisters | Übernimmt größtenteils der Hersteller |
| Internet | Arbeiten auch bei Internetausfall möglich | Stabile und schnelle Leitung zwingend, Ausfallkonzept nötig |
| Mehrere Standorte & mobil | Über VPN möglich | Einfach von überall nutzbar |
| Kosten | Höhere Anfangsinvestition (Server, Lizenzen) | Laufende monatliche Gebühren |
| Anpassbarkeit | Viele Schnittstellen zu Röntgen, Geräten und Zusatzprogrammen | Schnittstellen vorher genau prüfen |
Unsere Erfahrung: Für viele neue und kleinere Praxen ist eine Cloud-Software eine gute Wahl. Praxen mit vielen Geräteanbindungen oder ohne stabile Internetleitung fahren mit einer lokalen Installation oft besser. Wichtig ist bei beiden Varianten ein durchdachtes Konzept für Internet, Datensicherung und Ausfälle.
Bekannte Praxissoftware im Überblick
Für Zahnarztpraxen
Zu den verbreiteten Systemen gehören Dampsoft (DS-Win, DS4), charly by solutio, CGM Z1.PRO, evident, ivoris, DENS sowie die Cloud-Lösung teemer.
Für Arztpraxen
Verbreitet sind unter anderem tomedo, Systeme von CGM wie ALBIS, MEDISTAR, TURBOMED und CGM M1 PRO sowie Lösungen von medatixx und T2med.
Mit den Herstellern, die als denkkontor-Partner verlinkt sind, arbeiten wir eng zusammen. Wir betreuen aber auch Praxen mit anderen Systemen. Bei der Auswahl beraten wir herstellerneutral.
Praxissoftware wechseln: So läuft es ab
Tipp: Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten der alten Software frühzeitig prüfen. So entstehen keine doppelten Kosten.
Praxisgründung und Praxisübernahme
Bei einer Neugründung haben Sie die Chance, Software und IT von Anfang an passend aufzusetzen. Planen Sie die IT parallel zur Raumplanung: Netzwerkdosen, Serverstandort, Internetanschluss und Telefonie lassen sich vor dem Einzug viel einfacher umsetzen.
Bei einer Übernahme lohnt sich ein genauer Blick auf die vorhandene Technik. Wie alt sind Server und PCs? Ist die Software noch zeitgemäß? Gibt es eine funktionierende Datensicherung? Oft ist eine Übernahme der richtige Zeitpunkt für einen Softwarewechsel.
Wie denkkontor Sie unterstützt
Häufige Fragen zur Praxissoftware
Die eine beste Praxissoftware gibt es nicht. Entscheidend sind Fachrichtung, Praxisgröße, Arbeitsweise und vorhandene Geräte. Eine kleine Einzelpraxis hat andere Anforderungen als ein MVZ mit mehreren Standorten. Vergleichen Sie mindestens zwei bis drei Systeme in einer Live-Demo mit Ihren echten Abläufen.
Planen Sie von der Entscheidung bis zum Start meist mehrere Wochen bis wenige Monate ein. Die eigentliche Umstellung erfolgt oft an einem Wochenende oder Brückentag, damit der Praxisbetrieb kaum gestört wird.
In der Regel ja. Stammdaten, Behandlungs- und Abrechnungsdaten lassen sich meist übernehmen, der Umfang hängt aber vom alten und neuen System ab. Klären Sie vorab genau, welche Daten migriert werden und wie Sie auf Altdaten zugreifen, die gesetzlich aufbewahrt werden müssen.
Ja, wenn der Anbieter die Daten verschlüsselt, in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland bzw. der EU speichert und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung anbietet. Zusätzlich muss Ihre Praxis die IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 390 SGB V einhalten.
Der Softwarehersteller übernimmt Installation, Datenübernahme und Schulung. Für alles drumherum, also Server, Netzwerk, Arbeitsplätze, TI, Röntgen- und Telefonanbindung, ist ein IT-Dienstleister sinnvoll. So bleibt die Verantwortung nicht zwischen mehreren Firmen hängen.
Wechsel oder Gründung geplant?
Wir beraten Sie herstellerneutral und kümmern uns um die komplette IT rund um Ihre Praxissoftware.
